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Rhabarber im September ernten? So unterscheiden sich die Sorten

Claus-Dieter Noack 10. Juni 2026
Große, grüne Rhabarberblätter mit roten Rändern. Noch ein letzter Genuss, bevor der Rhabarber im September geerntet wird.

Inhaltsverzeichnis

Beim Thema rhabarber im september ernten geht es vor allem um eine klare Grenze: Bei normalen Sorten ist der Spätsommer meist schon zu spät, bei Herbst-Rhabarber kann dagegen noch eine späte Ernte sinnvoll sein. In diesem Artikel ordne ich die Unterschiede ein, zeige die saubere Erntetechnik und erkläre, wie du überschüssige Stangen sinnvoll lagerst oder einfrierst. Außerdem erfährst du, was im September an der Pflanze oft wichtiger ist als noch ein paar zusätzliche Stangen.

Die wichtigste Antwort in einem Satz

  • Normale Rhabarberstauden werden im September in der Regel nicht mehr beerntet.
  • Herbst-Rhabarber ist die Ausnahme und kann oft bis in den Oktober tragen.
  • Junge Pflanzen lässt man besser die ersten zwei Jahre in Ruhe; im dritten Jahr sind meist nur etwa sechs bis sieben Stangen pro Pflanze sinnvoll.
  • Frische Stangen halten im Kühlschrank in einem feuchten Tuch etwa drei bis fünf Tage.
  • Zum Einfrieren kannst du Rhabarber roh schneiden oder ihn für ein bis zwei Minuten blanchieren.

Warum die klassische Ernte im September meist endet

Für gewöhnlichen Gartenrhabarber ist der September keine Erntezeit mehr, sondern Schonzeit. Wie der NDR schreibt, endet die klassische Saison am Johannistag, also am 24. Juni. Danach braucht die Staude Ruhe, damit sie neue Kraft in ihr Rhizom einlagern kann und im nächsten Frühjahr wieder kräftige, dicke Stangen bildet.

Ich halte mich an diese Grenze ziemlich strikt, weil sie in der Praxis zwei Probleme verhindert: Erstens schwächt spätes Ernten die Pflanze unnötig. Zweitens wird der Geschmack mit der Zeit deutlich herber, weil der Oxalsäuregehalt ansteigt. Das heißt nicht, dass ein Septemberstängel automatisch „gefährlich“ wäre, aber er ist meist weniger fein und klar im Aroma.

Besonders wichtig ist das bei jungen Stauden. In den ersten zwei Standjahren lasse ich Rhabarber komplett in Ruhe. Erst im dritten Jahr lohnt sich eine vorsichtige Ernte, dann aber wirklich nur maßvoll. Als grober Richtwert gelten etwa sechs bis sieben Stangen pro Pflanze in einer Saison. Mehr braucht es nicht, um den Charakter der Pflanze zu testen, ohne sie auszubremsen.

Die einfache Regel lautet also: Wenn es eine normale Sorte ist, ist September Erholungszeit, nicht Erntezeit. Die Ausnahme beginnt erst bei gezielt gezüchteten Herbstsorten, und genau dort wird es interessant.

Wenn du wissen willst, wann eine späte Ernte doch noch Sinn ergibt, lohnt sich der Blick auf die Sortenfrage.

Ein junger Rhabarber treibt im September aus. Die roten Stiele und grünen Blätter sind im Boden zu sehen.

Wann Herbst-Rhabarber im September noch Sinn ergibt

Herbst-Rhabarber ist kein Marketingbegriff, sondern eine andere Zuchtlinie mit deutlich längerer Erntephase. Solche Sorten bilden über den Sommer weiter neue Stiele und können laut Mein schöner Garten oft bis in den Oktober hinein beerntet werden. Für den Gartenalltag ist das praktisch, weil du nicht an den klassischen Frühsommer gebunden bist.

Der Unterschied zwischen normalem und Herbst-Rhabarber ist im Beet wichtiger als auf dem Etikett. Wer die Sorte nicht kennt, sollte im Zweifel lieber vorsichtig sein und nicht einfach im September weiterziehen. Ich würde nur dann spät ernten, wenn die Pflanze ausdrücklich als Herbst-Rhabarber verkauft wurde oder wenn du die Sorte sicher kennst.

Kriterium Normaler Rhabarber Herbst-Rhabarber
Erntefenster meist Mai bis Ende Juni oft von April bis Oktober
Ernte im September in der Regel nicht sinnvoll möglich, wenn die Pflanze kräftig ist
Pflegeziel Regeneration und Reserven aufbauen weiter tragen, aber nicht auslaugen
Risiko bei falscher Nutzung schwächere Pflanze, schlechtere Qualität bei zu starker Nutzung ebenfalls Ertragseinbußen

Auch bei Herbstsorten gilt: Mehr Ernte ist nicht automatisch bessere Ernte. Wenn die Stangen dünn bleiben, die Pflanze blass wirkt oder das Wachstum deutlich nachlässt, lasse ich sie lieber wieder in Ruhe. Dann ist der September eher ein Kontrollmonat als ein Dauerernte-Monat.

Damit die späte Ernte wirklich sinnvoll bleibt, kommt es anschließend auf die richtige Technik und die passende Vorratshaltung an.

So erntest du die Stangen sauber und lagerst den Überschuss

Wenn ich Rhabarber ernte, ziehe ich die Stangen nicht ab wie bei Gemüse aus dem Supermarkt, sondern drehe sie mit einem kräftigen Ruck heraus. Das ist wichtig, weil abgeschnittene Blattansätze eher faulen können. Die Blätter selbst kommen nie in die Küche; verwendet werden nur die Blattstiele.

Für die Praxis reichen drei einfache Schritte:

  1. Nur feste, ausreichend dicke Stangen auswählen.
  2. Stiel am Ansatz greifen und mit leichtem Drehen herausziehen.
  3. Blätter sofort entfernen und die Stangen zeitnah weiterverarbeiten.

Frischer Rhabarber trocknet schnell aus. Nach dem Ernten lege ich die Stangen deshalb in ein feuchtes Tuch und lagere sie im Gemüsefach des Kühlschranks. Dort halten sie sich nach Angaben von Mein schöner Garten etwa drei bis fünf Tage. Wer nur kurz überbrücken will, fährt mit dieser Methode am besten.

Für längere Vorratshaltung ist Einfrieren die sauberste Lösung. Das geht roh oder blanchiert. Das Blanchieren ist kein Muss, hilft aber oft bei Farbe und Textur.

Methode So geht's Haltbarkeit Mein Eindruck
Kühlschrank In ein feuchtes Tuch wickeln und kühl lagern etwa 3 bis 5 Tage ideal für die schnelle Küche
Roh einfrieren Waschen, schälen, in Stücke schneiden, luftdicht verpacken etwa 1 Jahr am unkompliziertesten
Blanchieren und einfrieren 1 bis 2 Minuten in kochendes Wasser geben, abschrecken, gut trocknen etwa 1 Jahr bessere Farbe, oft bessere Struktur

Ich bevorzuge das Einfrieren in kleinen Portionen. Das spart später Zeit, weil du im Oktober oder Winter direkt die Menge entnehmen kannst, die du für Kompott, Crumble oder Kuchen brauchst. Genau hier wird aus Ernte plötzlich echter Vorrat.

Wer im September nicht mehr schneiden sollte, hat im Garten trotzdem noch genug zu tun, und das ist oft sogar sinnvoller als jede Nachernte.

Was im September an der Pflanze wichtiger ist als ernten

September ist bei Rhabarber oft der Moment für Pflege, Teilung und Standortarbeit. Wenn die Blätter vergilben, ist laut Mein schöner Garten der beste Zeitpunkt, um die Staude umzupflanzen oder zu teilen. Das passt gut in den Jahreslauf, weil die Pflanze dann aus der eigentlichen Wachstumsphase heraus ist und sich vor dem Winter neu einleben kann.

Bei älteren Horsten gehe ich so vor: Erst die verbliebenen Blattstiele sauber entfernen, dann den Wurzelstock teilen und die Stücke in frischen, tiefgründigen Boden setzen. Rhabarber mag einen humusreichen, nährstoffreichen und dauerhaft leicht feuchten Standort. Der Platzbedarf ist nicht klein, deshalb plane ich pro Pflanze lieber großzügig als zu eng.

Auch die Nachpflege gehört dazu. Statt die Pflanze durch spätes Ernten auszureizen, bekommt sie nach dem Sommerschnitt eher Nahrung für das nächste Jahr. Kompost im Herbst oder eine lockere Mulchschicht helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Die großen Blätter kannst du außerdem kompostieren oder als Mulchmaterial im Gemüsebeet nutzen.

Das ist für mich die vernünftigere September-Arbeit: die Staude stärken, statt sie noch einmal zu treiben. So bleibt sie langfristig produktiv und du hast im kommenden Frühjahr mehr davon.

Wenn du im Herbst dennoch etwas mit der Rhabarberernte anfangen willst, ist der Vorrat oft die bessere Antwort als die neue Stange am Strauch.

Woran ich mich bei September-Rhabarber immer halte

Die kurze Version ist einfach: Ich ernte im September nur dann, wenn ich eine echte Herbstsorte vor mir habe. Alles andere lasse ich stehen. Diese Regel ist streng genug, um die Pflanze zu schützen, und flexibel genug, um gute Erträge nicht zu verschenken.

  • Normale Sorten bleiben nach dem Frühsommer in Ruhe.
  • Herbst-Rhabarber darf weiter liefern, aber nur bei kräftigem Wachstum.
  • Junge Pflanzen bekommen in den ersten zwei Jahren keinen Stress durch Ernte.
  • Überschuss landet besser im Kühlschrank oder Gefrierfach als im Beet.
  • September ist ein guter Monat zum Teilen, Umpflanzen und Stärken der Staude.

Wer diese Logik einmal verinnerlicht, trifft die Entscheidung im Garten fast automatisch: Ernten, wenn die Sorte es hergibt, und sonst lieber Reserven aufbauen. Genau so bleibt Rhabarber nicht nur im September gesund, sondern auch im nächsten Frühjahr zuverlässig stark.

Häufig gestellte Fragen

Bei normalem Gartenrhabarber eher nicht. Die klassische Saison endet am Johannistag, also am 24. Juni, danach braucht die Staude Ruhe, um Kräfte im Rhizom zu sammeln. Besonders junge Pflanzen lässt man in den ersten zwei Jahren komplett stehen; im dritten Jahr sind höchstens sechs bis sieben Stangen pro Pflanze sinnvoll.

Herbst-Rhabarber ist die Ausnahme, weil er über den Sommer weiter neue Stiele bildet und oft bis in den Oktober geerntet werden kann. Sicher ist das aber nur, wenn die Sorte wirklich als Herbst-Rhabarber bekannt ist. Wenn die Stangen dünn bleiben oder die Pflanze schwächelt, sollte man mit der Ernte aufhören.

Die Stangen nicht abschneiden, sondern am Ansatz greifen und mit einem leichten Drehen herausziehen. Danach die Blätter sofort entfernen, denn verwendet werden nur die Blattstiele. Im Kühlschrank hält sich Rhabarber in einem feuchten Tuch etwa drei bis fünf Tage.

Du kannst ihn roh einfrieren oder vorher kurz blanchieren. Beim Blanchieren kommen die Stücke nur ein bis zwei Minuten in kochendes Wasser, danach werden sie abgeschreckt und gut getrocknet. Beide Methoden sind etwa ein Jahr haltbar, blanchierter Rhabarber behält oft Farbe und Struktur besser.

Im September geht es oft eher um Pflege, Teilen und Umpflanzen. Wenn die Blätter vergilben, ist das ein guter Zeitpunkt, ältere Horste zu teilen und in humusreichen, nährstoffreichen und leicht feuchten Boden zu setzen. Eine Kompostgabe oder eine Mulchschicht hilft zusätzlich, die Pflanze für das nächste Jahr zu stärken.

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Autor Claus-Dieter Noack
Claus-Dieter Noack
Mein Name ist Claus-Dieter Noack und seit 14 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Haus, Garten und Pflanzenpflege. Diese Leidenschaft hat sich über die Jahre zu einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse von Pflanzen entwickelt, besonders im Hinblick auf ihre Pflege zu Hause und im Garten. Es bereitet mir Freude, komplexe Sachverhalte rund um die Pflanzenwelt verständlich zu erklären und Lesern dabei zu helfen, ihre grünen Mitbewohner optimal zu versorgen. Auf phalaenopsis-pflege.de teile ich mein Wissen, das ich durch ständige Recherche, den Vergleich verschiedener Quellen und die Beobachtung aktueller Gartentrends stetig erweitere. Mein Ziel ist es, Ihnen stets nützliche, fundierte und leicht nachvollziehbare Informationen an die Hand zu geben, damit Sie lange Freude an Ihren Pflanzen haben.

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